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    • Die Instrumentalisierung von Psychedelika

      Die Instrumentalisierung von Psychedelika

        Der Hippie-Generation fehlte insofern Balance im Umgang mit Psychedelika, als dass viele den Eindruck hatten, man müsse nur oft genug LSD einnehmen, um alles zu durchschauen und dauerhaft Erleuchtung zu erfahren. Wie alle Substanzen haben auch Psychedelika ein Wirkungsende. Zwar kann während der Wirkung etwas als Grundlage einer nachhaltigen Veränderung geöffnet und angestoßen werden. Temporäre mystische Erfahrungen durch Psychedelika konsolidieren einen aber nicht als Meister der Mystik. Entscheidender ist die täglich-nüchterne Belichtungsbereitschaft des eigenen Schattens. Nur wer in der …
    • Zum Umgang mit Annahmen (Überzeugungen und Glaubenssätze)

      Zum Umgang mit Annahmen (Überzeugungen und Glaubenssätze)

        In Literatur zu Traumaheilung und Spiritualität wird wiederkehrend die Thematik von Überzeugungen aufgebracht, die auch als Glaubenssätze bezeichnet werden. Mir scheint es hilfreicher, von Annahmen zu sprechen. Alle drei Begriffe haben einen Sinn. Oft beruhen die Annahmen darauf, dass in der Kindheit etwas erlebt, also bezeugt wurde, dessen energetische Signatur sich über unser Welterleben legt. Aus der intensiven beziehungsweise regelmäßigen Erfahrung eines bestimmten Musters entsteht die Überzeugung, dass die Welt tatsächlich und permanent diesem Muster entspräche. In Wirklichkeit erleben …
    • Anklagen, vergessen, verzeihen – Kann die Sars-Society transformativ gedeihen?

      Anklagen, vergessen, verzeihen – Kann die Sars-Society transformativ gedeihen?

        Wie sinnvoll ist es, eine gezielte Amnestie oder grobe Amnesie gelten zu lassen für jene, die sich in den letzten drei Jahren in Bezug auf ein gewisses Virenthema im Sinne der (Mit-)Menschlichkeit suboptimal verhalten haben? Entgegen aller potentiellen Selbstzensur formuliere ich im Folgenden Gedanken zu dieser politischen und gesellschaftskritischen Frage. Da keiner der Protagonisten bisher auf die Idee gekommen ist, Fehler oder Missstände einzugestehen, ist der Geschmack dieser gedanklichen Nachlese erwartungsgemäß bitter. Solltest du dich, lieber Leser, in einem …
    • Was der Buddha bezüglich Leiden nicht bedachte: Emotionale Desintegration auf Beziehungsebene als Ursache von Leiden

      Was der Buddha bezüglich Leiden nicht bedachte: Emotionale Desintegration auf Beziehungsebene als Ursache von Leiden

              Der Mensch ist neben dem Schmerz, den eine Existenz als empfindsames Lebewesen unabwendbar mit sich bringt, auch von psycho-emotionalem Leiden betroffen, das er selbst generiert. Eine gängige Metaperspektive auf Leiden und dessen Aufhebung ist die buddhistische, bei der Leiden als kausale Folge von Anhaftung definiert wird. Es ist eine recht entmenschlichte Perspektive, weil sie Verlangen und Anhaftung als Leidensursache ausmacht, aber nicht erörtert, was wir mit dringendem Verlangen und zwanghafter Anhaftung auszugleichen versuchen. Die sogenannten vier …
    • Ein Plädoyer für kollektive Heilung

      Ein Plädoyer für kollektive Heilung

      Kollektiv gibt es vielleicht keinen größeren sozialen Kontext von Traumatisierung als den Kriegszustand. Auch in kriegsfreien Gefilden schwingen die unzähligen erbarmungslosen Auseinandersetzungen der Vergangenheit in den Nervensystemen nach. Ungelöste Traumata einer Nachkriegsgeneration werden unbewusst an die jeweils nächste Generation weitergegeben. Trauma ist nicht ein bestimmtes äußeres Ereignis, sondern die darauffolgende Reaktion des Nervensystems, üblicherweise in Form von Erstarrung freien Energieflusses. Wie flexibel und resilient ein Nervensystem auf äußere Ereignisse reagiert, wird dadurch geprägt, inwieweit es in den ersten Lebensjahren Stabilität …
    • Die Quintessenz von C.G. Jungs Metaphysik nach Bernardo Kastrup

      Die Quintessenz von C.G. Jungs Metaphysik nach Bernardo Kastrup

      Bernardo Kastrup formuliert im 2021 erschienenen Buch „Decoding Jung’s Metaphysics“ eine gelungene Zusammenfassung der ontologischen Philosophie von C.G. Jung – und erklärt nebenbei die Bedeutung des Lebens. Dabei wird deutlich, wie eng Psychoanalyse, Philosophie und Spiritualität verwoben sind. Synchronizität Der berühmteste Begriff aus der jungschen Psychoanalyse, der in den allgemeinen Sprachgebrauch aufgenommen wurde, ist der der Synchronizität. Grundsätzlich wird von Synchronizität gesprochen, wenn ein innerer psychischer Vorgang mit einem äußeren physischen Ereignis semantisch akausal korreliert. Die Bedeutungsäquivalenz sollte derart deckungsgleich …
    • Der autoritäre Charakter – eine Bestandsaufnahme

      Der autoritäre Charakter – eine Bestandsaufnahme

      Durch die Hedonisierung des Lebens in den letzten Jahrzehnten galt die Persönlichkeitsstruktur des Autoritären Charakters, wie ihn Fromm und Adorno beschreiben, als abnehmendes Phänomen. Infolge der Coronakrise gelang der Autoritäre Charakter wieder an Aufwind. Allerdings tritt er weniger als spezifisch individuelle Persönlichkeit in Erscheinung, sondern als Bündel von Verhaltensphänomenen, die kollektiv zunahmen beziehungsweise an die Oberfläche kamen. Ohne frühkindliche Traumatisierung sind entsprechend rigide Verhaltensweisen nicht möglich, da ihnen ein zwischenmenschlicher Verbindungsverlust vorausgegangen sein muss. Egal ob wir die Züge bei …
    • Warum psychische Krankheiten keine sind – eine neurozeptive Perspektive

      Warum psychische Krankheiten keine sind – eine neurozeptive Perspektive

      Zugegebenermaßen ist der Titel plakativ. Natürlich ist emotionales Leiden ein psychisches Problem und hat Vorgänge im Gehirn. Allerdings wird es schwer zu behaupten, dass jemand, der aufgrund einer Schilddrüsenfehlfunktion unter Depression leidet, eine psychische Krankheit hat. Ist die Schilddrüsenfehlfunktion behoben, verschwindet auch die Depression. Der Grund des Leidens lag im Körper und wurde dort behoben. Dieses Prinzip gilt jedoch nicht nur im Fall einer Schilddrüsenfehlfunktion, sondern für die meisten psychischen Leiden. Die kassenärztliche Versorgung hat zwei Angebote für Menschen, die …
    • Warum weder Non-Dualität noch klassische Gesprächstherapie ein Entwicklungstrauma heilen können

      Warum weder Non-Dualität noch klassische Gesprächstherapie ein Entwicklungstrauma heilen können

      Non-Dualität ist ein Begriff für das EINE. Du als die eine Absolutheit des Selbst. Vollkommenheit, in der alles darf. Entwicklungstrauma ist ein Bindungstrauma. Es ist das Ergebnis eines missglückten Verbindungs(v)ersuches einer Individualisierungsdissoziation des Einen mit einer Bezugsperson. Wer in Samadhi ist, hat dieses Problem nicht, aber wer ist das schon permanent? Zur Heilung eines Bindungstrauma ist daher ein Zweiter oder Anderer als Bezugsperson vonnöten. Entwicklungstrauma ist der Zustand eines Säugetiers, das sich in der Welt nicht sicher fühlen kann. Um …
    • Das psychotherapeutische Potenzial psychedelisch wirkender Tryptamine und dessen gesellschaftliche Stellung

      Das psychotherapeutische Potenzial psychedelisch wirkender Tryptamine und dessen gesellschaftliche Stellung

      Marcel Levermann: Das psychotherapeutische Potenzial psychedelisch wirkender Tryptamine und dessen gesellschaftliche Stellung. In: Akzeptanzorientierte Drogenarbeit. ISSN 1861-0110. Veröffentlicht in: Journal-Archiv: Akzeptanzorientierte Drogenarbeit/Acceptance-Oriented Drug Work   Abstract deutsch Neue Studien mit Psilocybin, LSD, Ibogain, 5-MeO-DMT sowie DMT in Verbindung mit MAOI beweisen, dass psychedelisch wirkenden Tryptaminen ein hohes therapeutisches Potenzial innewohnt. Beispielsweise bewirkt eine hochdosierte Einnahme von Psilocybin im Einsatz gegen Depression sowie Angst am Lebensende eine hochsignifikante Steigung des Wohlbefindens, die über Monate stabil bleibt. Psilocybin ist eng verwandt mit dem …
    • Wie man das Immunsystem gegen Krankheitserreger stärkt

      Wie man das Immunsystem gegen Krankheitserreger stärkt

      In Zeiten biologischer Bedrohungsnachrichten ist der Fokus der Mainstreammedien – wie immer – auf das Äußere gerichtet. Das Gesundheitssystem wird beschworen, Schutzmittel werden gehortet, Politikern werden Entscheidungen abverlangt. Das Wichtigste in dem Zusammenhang gerät aus dem Blick: Das Innere, unser eigenes Immunsystem. Es folgt eine Zusammenstellung jener Themen, die für den Aufbau und Erhalt eines stabilen, kräftigen Immunsystem entscheidende Faktoren sind. Einige der Themen haben natürlich noch andere Aspekte, die hier nicht angesprochen werden. Das liegt nicht daran, dass ich …
    • Das Missverständnis vieler Meditationsbeginner

      Das Missverständnis vieler Meditationsbeginner

      Wer mit Meditation beginnen möchte, hat meistens ein bestimmtes Bild vor Augen, eine bestimmte Vorstellung, was richtige Meditation sei, was dabei passieren sollte und was dabei nicht passieren sollte. Doch wenn ein Novize sich der Meditationspraxis widmen möchte, stellt er rasch fest, dass das, was bei ihm passiert – oder nicht passiert –, nicht dem entspricht, was seiner Meinung nach idealerweise passieren sollte. Anstatt im Lotussitz gerade sitzen zu können, bekommt man Rückenschmerzen. Anstatt in Ruhe einkehren zu können, findet …
    • Die Kunst des Weinens: Das heilsame Potential von Authentizität

      Die Kunst des Weinens: Das heilsame Potential von Authentizität

      Das Phänomen des Weinens und unsere Emotionalität sind eng verknüpft: Laut einer Studie beeinträchtigt Weinen die Konzentrationsfähigkeit eines Erwachsenen mehr als Maschinengeräusche gleicher Lautstärke. Weinen ist nicht ein besser zu unterdrückender überflüssiger Appendix ungereifter Kindlichkeit, sondern essentiell für emotionalen Tiefgang eines voll entwickelten Subjekts und damit verbundene Selbstakzeptanz. Wir alle kennen neben Tränen des Leids auch Tränen der Freude oder Tränen der Gerührtheit. Weinen ist also nicht gleich Weinen. Wenn wir aus Freude oder Gerührtheit weinen, geschieht dies in der …
    • Rollentheorie in Bezug auf die Bildung von Identität

      Rollentheorie in Bezug auf die Bildung von Identität

      Der Kulturanthropologe Ralph Linton legte in seinem 1936 erschienenen Werk „The Study of Man“ die Grundlage der soziologischen Rollentheorie. Darin erarbeitete er eine Unterscheidung zwischen Sozialem Status und Sozialer Rolle. Während der Status die Position eines Individuums in einem kulturell bestimmten Muster sei und mit bestimmten Rechten und Pflichten einhergeht, versteht Linton die Rolle als die individuelle Ausfüllungsart dieser Position. Er bringt seine Begriffsbestimmung auf den Punkt, wenn er die Rolle als „Gesamtheit von kulturellen Mustern, die mit einem bestimmten …
    • Die Notwendigkeit der Flexibilität der Sprachanwendung

      Die Notwendigkeit der Flexibilität der Sprachanwendung

      „Der Sinn erweckt den Anschein, als gehörten Signifikanten und Signifikat zusammen. Es bleibt aber ein Rest, der sich dem Sinn entzieht. Diese fehlende vollständige Zuordnung ermöglicht das Gleiten der Signifikate unter den Signifikanten, was zu der Feststellung führt, daß der Sinn nie erschöpft, nie vollkommen ist. Darum ist eine Rede, eine Schrift nie für immer abgeschlossen. Darin zeigt sich ein grundsätzlicher Mangel.“ Peter Widmer: Subversion des Begehrens: Eine Einführung in Jacques Lacans Werk, S. 47.   Je mehr Sprache schablonenartig …
    • Exogenes Melatonin als psychedelisches Instrument

      Exogenes Melatonin als psychedelisches Instrument

        Träume sind unparteiische, der Willkür des Bewusstseins entzogene, spontane Produkte der unbewussten Seele.                           C.G. Jung   Melatonin wird vor allem in der Zirbeldrüse produziert, wenn wir uns in der Dunkelheit befinden. Das Hormon wird aber auch in der Netzhaut und im Darm gebildet. In der Nacht steigt die Konzentration bis auf das Zwölffache an. Es vermittelt den biologischen Rhythmus der Schläfrigkeit und bestenfalls einen erholsamen Schlaf. …
    • Die Misslichkeit der Meinung

      Die Misslichkeit der Meinung

      „Meinen ist ein mit Bewußtsein sowohl subjektiv als objektiv unzureichendes Fürwahrhalten.“                                                                                                          Immanuel Kant Ist es sinnvoll, stolz auf eine Meinung zu sein? Eher könnte man stolz sein, eine …
    • Elemente der DMT-Erfahrung in The OA (Pt. II)

      Elemente der DMT-Erfahrung in The OA (Pt. II)

      Dieser Text enthält Spoiler. Er setzt sowohl die Rezeption der Serie als auch die Kenntnis einer Terminologie rund um die DMT-Erfahrung voraus. N,N-Dimethyltryptamin ist eine körpereigene Substanz, die bei exogener Zufuhr unmittelbar tief visionäre Zustände erzeugt und insbesondere kombiniert mit MAO-Hemmern ein enormes therapeutisches Potential besitzt. Die Netflix-Serie „The OA“ besticht durch eine komplexe Multiverse-Story, die trotz allem mystischen Touch nicht aufgesetzt wirkt. Die Serie spielt hauptsächlich in der alltäglichen Welt, strukturiert ihren Plot aber über Ausflüge in andere Bewusstseinszustände …
    • Die Verabschiedung des Denkens als Grundlage der Seinserschließung

      Die Verabschiedung des Denkens als Grundlage der Seinserschließung

      „Ich denke, wo ich nicht bin, also bin ich, wo ich nicht denke. […]  Man muss sagen, ich bin nicht, da wo ich das Spielzeug meines Denkens bin; ich denke an das, was ich bin, da wo ich nicht zu denken denke.“ (Jacues Lacan, Schriften 2, S. 43)   Lacans gleichzeitig sinnvoll und sinnleere Umdrehung des cartesianischen „cogito ergo sum“ zeigt, wie die lacansche Psychoanalyse dem rationalistischen Erkenntnisprinzip zu entwachsen versuchte, ohne auf die Akrobatik des dualen Sprachgebrauchs zu verzichten. …
    • Die Dissoziative Identitätsstörung als Erklärungsmodell des Lebens im Universum

      Die Dissoziative Identitätsstörung als Erklärungsmodell des Lebens im Universum

      Bernado Kastrups Ansatz, die Umstände des Lebens im Universum mit der sogenannten Dissoziativen Identitätsstörung (DIS) zu erklären, wird inzwischen weitläufig diskutiert. Es ist eine intelligente Analogie, die für ein intellektuelles Verständnis der ontologischen Wesentlichkeit des Bewusstseins hervorragend geeignet ist. Womöglich ist diese Analogie die beste, die uns zur Verfügung steht. Gleichzeitig hat auch sie ihre Grenzen, da sich die pathologischen Bedingungen der DIS nicht auf die Bedingungen des universal-individuellen Lebens übertragen lassen. Bewusstsein an sich ist eine primäre Konstante des …
    • Marvin hat sein Bett gemacht (Kurzgeschichte)

      Marvin hat sein Bett gemacht (Kurzgeschichte)

      Als Marvin auf die Uhr schaute, war es schon sehr früh. Er wollte doch an diesem Tag zu spät kommen. Nun muss er sich noch einmal die Schuhe ausziehen und sich erneut auf sein bereits gemachtes Bett legen. Zehn Minuten später begibt er sich auf den Weg zur Haltestelle der S-Bahn, schlendernd, Leute freundlich grüßend, ein bisschen vor sich hinträumend und die faszinierenden Klarheit des herrlich hellblauen Himmels bestaunend. Es wird knapp, er ist fast an der Haltestelle und die …
    • Die Relevanz der Bereitwilligkeit bezüglich des Fühlens

      Die Relevanz der Bereitwilligkeit bezüglich des Fühlens

      Bereitwilligkeit ist ein entscheidender interner Faktor für die Qualität des Resultats einer Tätigkeit. Wenn wir etwas bereitwillig tun, sind wir von der Sinnhaftigkeit der Tätigkeit überzeugt und wünschen ein gutes Ergebnis, sind also bereit und willig, Energie und Zeit zu investieren. Sie bringt uns dazu, uns einer Sache zu widmen und bei widrigen Umständen nicht klein beizugeben. Mit Bereitwilligkeit kostet jede Tätigkeit weniger Mühe. Sie bringt eine Leichtigkeit mit sich, so dass es uns sogar erscheinen mag, als vollzöge die …
    • Warum der Wirkungseinsatz von Antidepressiva individuell ist

      Warum der Wirkungseinsatz von Antidepressiva individuell ist

      Es wurde viel darüber spekuliert, warum Antidepressiva in Form von Serotoninwiederaufnahmehemmern (SSRI) in den meisten Fällen erst nach 2-6 Wochen den gewünschten Effekt zeigen – wenn überhaupt. Biochemisch erhöhen SSRI den Serotoninspiegel ab der ersten Einnahme. Da viele SSRI eine lange Halbwertszeit haben, dauert es ein paar Tage, bis ein für eine Wirkung signifikanter Spiegel erreicht ist. Nach diesen initialen Tagen sollten sie aber theoretisch den antidepressiven Effekt ausspielen. In vielen Fällen dauert es stattdessen deutlich länger, bis die antidepressive …
    • Die Medikalisierung von Psychedelika – Ein Kommentar

      Die Medikalisierung von Psychedelika – Ein Kommentar

      Love was never meant to be contained. Adyashanti   Über den Weg des erwiesenen Therapieerfolgs werden Psychedelika von einer zunehmenden Öffentlichkeit in einem neuen Licht wahrgenommen, das den diskreditierenden Propagandanebel der letzten Jahrzehnte langsam durchdringt. Einen großen Anteil haben daran MAPS, die mit 83 % Erfolg Kriegsveteranen von einer PTBS befreiten (mit Hilfe von MDMA) sowie sterbenskranken Menschen die Angst vor dem Tod nahmen (Psilocybin). Solange der medizinische Weg als trojanisches Pferd benutzt wird, um falsche Vorstellungen bezüglich dieser Substanzen …
    • 5-MeO-DMT – Information und Aufklärung

      5-MeO-DMT – Information und Aufklärung

      5-MeO-DMT ist das stärkste existierende Psychedelikum, das einzige seiner Liga und in vielen Ländern illegalisiert, obwohl der menschliche Körper es natürlich bildet und beinhaltet. Der folgende Text ist keine wissenschaftlich fundierte Darstellung zum Thema – die Studienlage ist ungenügend. Er dient der Aufklärung sowie als Diskussionsanreiz und ist keineswegs eine Konsumempfehlung. Wie wirkt 5-MeO-DMT? Worauf kommt es beim Konsum an? Ist 5-MeO-DMT für jeden geeignet? Was unterscheidet 5-Meo-DMT von anderen psychedelischen Substanzen? Ist 5-MeO-DMT eine Wunderpille? Ist nur eine volle …
    • Der Distelfink als Objekt klein a in Donna Tartts gleichnamigem Roman

      Der Distelfink als Objekt klein a in Donna Tartts gleichnamigem Roman

      Das unerreichbare Ziel, worauf sich ein aus einem Mangelgefühl hervorgehendes individuelles Begehren richtet, nennt Jacques Lacan „Objekt klein a“. Was Lacan als kleines anderes (im Sinne Lacans hier mit kleinem a) auffasst, ist jener Gehalt im Anderen, der als Ähnliches oder Spiegelbildliches der Imaginären Ordnung angehört. Das kleine andere ist wesentlich mit dem Ich verbunden und in einer Beziehung verfasst, die immer reflexiv und imaginär austauschbar ist. Das Objekt klein a ist dementsprechend jedes Objekt, das als begehrenswert angesehen wird …
    • Breakthrough – Übereinstimmungen des Plots von Contact und der subjektiv erlebten Wirkung von Dimethyltriptamin

      Breakthrough – Übereinstimmungen des Plots von Contact und der subjektiv erlebten Wirkung von Dimethyltriptamin

      In dem Film Contact (1997) stellt die Protagonistin Ellie Arroway im Rahmen des SETI-Projekts Kontakt zu einer außerirdischen Intelligenz her. Diese übermittelt ihr Pläne für eine Konstruktion, die es mutmaßlich ermöglicht, zu deren Planeten zu reisen. Das Gefährt wird gebaut und Arroway darf es ausprobieren. Was sie dann erlebt, stimmt in erstaunlich vielen Punkten mit anekdotischen Berichten der Wirkung von N,N-Dimethyltriptamin (DMT) auf den menschlichen Geist überein. DMT ist mutmaßlich in allen Lebewesen enthalten, sprich eine körpereigene Substanz, und strukturell …
    • The Lobster als dystopische Hyperbel moderner Entfremdung

      The Lobster als dystopische Hyperbel moderner Entfremdung

      The Lobster erzählt von einer dystopischen Gesellschaft, in der Menschen nur in Paaren öffentlich leben und agieren dürfen. Wer seinen Partner verliert oder keinen findet, wird in ein Hotel einquartiert. Dort hat er eine festgelegte Zeitspanne zur Verfügung, einen Partner zu finden. Bleibt dies ohne Erfolg, wird er in ein Tier verwandelt. Die einzige Alternative wäre, sich als Individualist in den Wäldern aufzuhalten, unter der Gefahr, wie ein Tier von den Hotelinsassen gejagt zu werden. Was auf den ersten Blick …
    • Another Earth: Vergebungsbegehren als Gravitationsfeld

      Another Earth: Vergebungsbegehren als Gravitationsfeld

      Die Erde zieht in Another Earth eine vermeintliche Kopie ihresgleichen an. Äquivalent gilt die Gravitation des Films dem Beweggrund der Vergebung. Die Protagonistin Rhoda Williams verursacht einen Autounfall mit tödlichem Ausgang, der ein ganzes Familienleben beendet. Der einstige Professor und Familienvater John Burroughs liegt lange Zeit im Koma und vegetiert danach depressiv und alkoholkrank vor sich hin. Williams fühlt sich nach offiziell verbüßter Strafe innerlich kalt und derealisiert und legt sich in die eiskalte Nacht um zu sterben. Ihr interner …
    • Fight Club: Der spirituelle Kampf des Tyler Durden

      Fight Club: Der spirituelle Kampf des Tyler Durden

      Als unauffälliger Stellvertreter eines durchschnittlichen Bürgers im Kapitalismus der Jahrtausendwende ist das Leben Tyler Durdens, dem Protagonisten des Films Fight Club, zivilisatorischer Sicherheit und finanziellem Selbsterhalt gewidmet. Als Versicherungsbeauftragter eines großen Autokonzerns soll er beurteilen, ob sich Rückrufaktionen fehlerhafter und damit potenziell tödlicher Autos für den Konzern unter dem Strich rechnen oder nicht. Die Vorgabe des Konzerns ist, dass sie nur dann durchgeführt werden sollen, wenn die erwarteten Folgekosten einer juristischen Auseinandersetzung höher sind als die Kosten der Rückrufaktion. Den …
    • Die Notwendigkeit von Paul Rebillots Heldenreise in einer kafkaesken Welt

      Die Notwendigkeit von Paul Rebillots Heldenreise in einer kafkaesken Welt

      Paul Rebillot (1931-2010) war ein amerikanischer Dramaturg und Psychotherapeut. Von ihm stammt das therapeutische Konzept der Heldenreise, das auf Joseph Campbells mythologischer Theorie der Heldenreise basiert und Theater und Therapie vereint. Die Heldenreise ist nicht nur ein oberflächliches Schauspiel, sondern erlaubt dem jeweiligen Helden den tiefenpsychologischen Durchlauf eines archetypischen Grundmusters. Der Teilnehmer durchläuft dabei verschiedene Stadien, die sich sowohl aus individuell imaginierten Vorstellungen als auch aus real gespielten Szenen zusammensetzen. Die Teilnehmer lernen so, mit inneren verborgenen Feindseligkeiten umzugehen und …
    • Kassandra und der alte Mann (Kurzgeschichte)

      Kassandra und der alte Mann (Kurzgeschichte)

      Wenn Kassandra spazieren ging, hatte sie das Gefühl, die ganze Welt zu bereisen. Dabei führte ihr Weg lediglich durch den Stadtpark. Eines Sommertags, als sie auf einer Bank saß, sprach sie ein alter gräulicher Herr an: „Ist das nicht ein schöner Tag? Man könnte die ganze Welt umarmen.“ Kassandra sprach selten mit den anderen Menschen. Darum lächelte sie nur kurz ohne etwas zu entgegnen. Der Mann sprach einfach weiter: „Wenn ich die Bäume ansehe, fühle ich mich zuhause.“ Kassandra blieb …
    • Zur Konstruiertheit diagnostischer Kategorien

      Zur Konstruiertheit diagnostischer Kategorien

      Das DSM-V dominiert die psychopathologische Diagnostik. Gerne unberücksichtigt bleibt dabei, dass alle Diagnosen im Bereich der Psyche konstruiert sind. Es sind vom Menschen erdachte Kategorien, die heterogenen Phänomenen zugewiesen werden. So genannte psychische Störungen sind einerseits nicht derart voneinander abgrenzbar, wie es üblicherweise dargestellt und kommuniziert wird, und gestalten sich andererseits bei jedem Menschen etwas anders. Die Grenzen sind nicht nur fließend, es gibt sie überhaupt erst dadurch, dass durch Begriffe wie Borderline oder Dissoziation bestimmte Kategorien, die als hermetisch …
    • Paul und die Taktyden (Kurzgeschichte)

      Paul und die Taktyden (Kurzgeschichte)

      Paul war 20, als er sich das Bein brach. Ein falscher Schritt und eine harte Treppenkante. Im Krankenhaus traf er auf Luisa, die ihm den Gips anlegte. „Lieber ein gebrochenes Bein im Gips als ein unbehandeltes gebrochenes Herz“, sagte sie. Paul war sich nicht sicher, ob er den Satz für eine Plattitüde halten sollte, doch die Schmerzmittel gaben ihr Recht. „Hat dein Herz denn Narben?“, fragte er. „Mehr als du ahnen kannst.“ „Aber du bist doch noch jung?“ „Immerhin 25. …
    • Die Mauer (Kurzgeschichte)

      Die Mauer (Kurzgeschichte)

      Als er aufwachte, spürte er die Kälte in jedem Körperteil. Noch wollte er die Augen nicht öffnen. In der eigenen Dunkelheit zu bleiben gab das Gefühl eines gewissen Schutzes. Die Außenwelt konnte so nicht vollständig eindringen. Sie blieb eine Ahnung, die im Körper gespürt wurde, aber durch die visuelle Entbehrung nicht gänzlich zu ihm vordringen konnte. „Als ich gestern einschlief, war es noch warm“, dachte er sich. „Nun hilft mir die Bettdecke reichlich wenig.“ Etwas stimmte nicht, soviel war klar. …
    • Sebastian und das Rennen (Kurzgeschichte)

      Sebastian und das Rennen (Kurzgeschichte)

      Das Stadion ist fast vollständig mit Zuschauern ausgefüllt. Die Eintrittskarten waren teuer, die Menschen haben hohe Erwartungen. Inzwischen knien die Läufer hochkonzentriert an der Startlinie, auf die sich ihre Finger stützen. Kein Zentimeter soll verpasst werden. Ihre Augen sind starr auf die Rennbahn ausgerichtet, jede Muskel und Faser angespannt, als müssten sie um ihr Leben rennen. Weniger als eine Minute steht zwischen ihnen und dem Startsignal. Ein zu früher Start führt zur Ausscheidung, ein zu später Start – und hier …
    • Oculus: Der Spiegel als Horror-Motiv – eine Betrachtung mit Lacan

      Oculus: Der Spiegel als Horror-Motiv – eine Betrachtung mit Lacan

      Spiegel sind ein beliebtes Motiv in Horror-Filmen. In dem neu erschienenen Film Oculus von Mike Flanagan ist ein Spiegel der Dreh- und Angelpunkt des gesamten Kammerspiels. Er ist sowohl der Ausgangspunkt beziehungsweise Beweggrund der Handlung als auch für die weitere Handlung der Figuren verantwortlich. Mit Lacan lassen sich einige Aspekte des Films erschließen, die verständlicher machen, wie und warum der Spiegel als Horrorinstrument funktioniert. Der Spiegel wird dem Zuschauer in einem ambivalenten Zustand vorgestellt. Er ist einerseits prachtvoll, denn um …
    • Max und das Eichhörnchen (Kurzgeschichte)

      Max und das Eichhörnchen (Kurzgeschichte)

      Als Max von der Arbeit kam, fragte ihn ein Eichhörnchen, wie viel Uhr es sei. Max gefiel dessen Brille aber nicht, darum nuschelte er nur, dass es Zeit sei. Das Eichhörnchen konnte sich damit nicht zufrieden geben: „Entschuldigen Sie, Mister, ich habe höflich gefragt, da kann man ja wohl auch eine angemessene Antwort erwarten.“ „Angesicht der Form Ihrer Brille ist meine Antwort eigentlich noch viel zu förmlich“, entgegnete Max mürrisch. Das Eichhörnchen war empört: „Meine Brille entspricht allen formalen Kriterien …
    • The Babadook: Die Unmittelbarkeit des Sinnbildes

      The Babadook: Die Unmittelbarkeit des Sinnbildes

      The Babadook ist vermutlich der gelungenste Horrorfilm 2014. Er ist zumindest der liebevollste. Er erzählt nämlich von der Liebe einer Mutter zu ihrem Kind und der Liebe vom Kind zur Mutter. Dabei hat er einige Gemeinsamkeiten mit Enemy, denn auch für The Babadook gilt: Der Plot ist eine symbolisch-analogische, stellvertretend-visuell-auditive Übersetzung dessen, was im Unterbewusstsein der Protagonistin vor sich geht. Horrorfilme gruseln uns besonders, wenn sie etwas in der Tiefe der Psyche tangieren, das uns besorgt, in Widerspruch zu unseren …
    • Slow West: Die Friendzone als ödipale Katastrophe

      Slow West: Die Friendzone als ödipale Katastrophe

      Achtung, starker Spoiler! Der Neo-Western Slow West erzählt die Geschichte des jungen Jay Cavendish, der gen Westen reitet, um seine Liebe Rose Ross wiederzufinden. Einst wurde Jay von seinem Onkel unter ihrem Bett aufgefunden, wodurch es zu einer handfesten Auseinandersetzung mit ihrem Vater John kam. Der gut betuchte Onkel starb infolgedessen, so dass Rose mit ihrem Vater in den Westen fliehen musste. Obwohl Rose explizit gegenüber Jay formulierte, dass dieser nur wie ein Bruder für sie sei, hält er entschieden …
    • Enemy – Analyse, Interpretation und Erklärung

      Enemy – Analyse, Interpretation und Erklärung

      Achtung, starker Spoiler! Obwohl Denis Villeneuves Enemy streng durchkomponiert ist und jede Szene und jeder Satz auf einer tieferen Ebene semantisch geladen sind, ist eine rationale kohärente Deutung des Films kaum möglich. Dazu spielt er zu sehr mit der Nicht-Erfüllung des Bedürfnisses des Zuschauers nach vollständiger Auflösung. Nichtsdestotrotz lassen sich die meisten Teile dieses Puzzles erklären und zu einem sinnvollen Bild zusammenfügen. Chris Stuckman hat die Eckpfeiler einer plausiblen Lesart in seiner Analyse bereits herausgearbeitet. Enemy handelt von einem Mann, …
    • Der Mensch und die Sprache

      Der Mensch und die Sprache

      Die traditionelle Wahrnehmung der Sprache beschreibt sie als Kommunikationsinstrument, das der Mensch bei Bedarf nutzt, als Möglichkeit interne Verhältnisse extern konkret zu machen. Schon Platon sah die Wörter als ein Äquivalent der jeweiligen Idee, ein Abbild des Urbildes. Die meisten Menschen verstehen auch heute Sprache noch ausschließlich in diesem instrumentalen Sinne. Allerdings hat Ferdinand de Saussure Anfang des 20. Jahrhunderts eine ganz entscheidende Erkenntnis gehabt. Bedenken wir zuerst, dass Sprache ausschließlich aus Zeichen besteht. In einem Wörterbuch finden sich ausschließlich …
    • Breaking Bad: Narrationsinterne Spiegelungen

      Breaking Bad: Narrationsinterne Spiegelungen

      Im Unterschied zu vielen US-Serien, die ihre Handlung lediglich mit repetitivem Humor (Monk) oder viel Lärm um Wenig (The Blacklist) ausgestalten, beherrscht Breaking Bad verschiedene narrative Kniffe. Einen möchte ich als narrationsinterne Spiegelung bezeichnen: Die Art der Erzählung spiegelt den Inhalt der Erzählung. Das können bestimmte Kameraeinstellungen sein oder Elemente, die in die Handlung integriert wurden, ohne für jene eine relevante Funktion zu erfüllen. Erst auf der symbolischen Ebene wird die Funktion offenbar, nämlich als ornamentaler Signifikant des Plots zu …
    • Robocop – Neurotischer Selbstverlust im Großen Anderen

      Robocop – Neurotischer Selbstverlust im Großen Anderen

      Neben der dezidierten Kritik an der amerikanischen Kriegsführung veranschaulicht José Padilhas Robocop noch etwas anderes: Die Desintegration der imaginären Sphäre aus dem Realen und dem Symbolischen. Der Film strukturiert eine Bogenbewegung von der imaginären Einheit (in Form des familiären Zentrums) ausgehend über deren radikalen Verlust hin zu einer gemäßigten Wiedereingliederung in die Symbolische Ordnung.
    • Fight Club: Leiden als Voraussetzung einer Progression

      Fight Club: Leiden als Voraussetzung einer Progression

      Wie so oft hat Slavoj Žižek Recht, wenn er sagt, dass das eigentliche Thema von Fight Club nicht widerständische Gewaltbereitschaft ist, sondern die Tatsache, dass man leiden muss, um zu Bewusstheit und Freiheit zu gelangen. Freiheit im späten Kapitalismus bedeutet zuallererst, sich selbst das zu nehmen, was der Freiheit im Weg steht („Erst nachdem wir alles verloren haben, haben wir die Freiheit, alles zu tun“). Man muss der ideologischen Akkumulation entbehren können und sich nicht über den materiellen Besitz definieren. …
    • Das verborgene Gesicht: Das Prinzip der Verdrängung

      Das verborgene Gesicht: Das Prinzip der Verdrängung

      Andrés Baiz‘ La cara occulta erzählt eine Eifersuchtsgeschichte, die uns in jeder Szene den Mangel des Subjekts vor Augen führt: Mit Adriáns Umzug nach Bogotá wird das Rad des unstillbaren Begehrens in Gang gesetzt, für Fabiana wird Adrián von der ersten Szene an als potentielle Bedrohung inszeniert. Doch darüber hinaus stilisiert der Film anschaulich die Umstände einer weitestgehend dissoziativen Verdrängung: einer Trennung entscheidender Inhalte von der bewussten Lebenssphäre.
    • Nymphomaniac: Lust und das Reale

      Nymphomaniac: Lust und das Reale

      Lars von Triers Nymphomaniac isoliert die Lächerlichkeit des menschlichen Sexualwesens in seinen verschiedenen Ausprägungen. Joe und Seligman befinden sich in einer psychoanalytischen Konstellation. Sie liegt, er lässt sie sprechen, um am Filmende die Biographie analytisch zusammenzufassen. Einige Überlegungen:
    • Ender’s Game – Ödipuskomplex, Level: Hollywood

      Ender’s Game – Ödipuskomplex, Level: Hollywood

      Orson Scott Cards Roman Ender’s Game ist ein ausgeprägt antimilitärischer Text, ein in seinen Erzählsträngen differenzierter Antikriegsroman. Gavin Hoods Hollywoodadaption simplifiziert die Story um ein Vielfaches. Sie wird auf die ödipale Entwicklung des Protagonisten und einen zu erwartenden Twist am Ende des Films reduziert. Umso schlimmer, dass Card selbst am Drehbuch beteiligt war, wenngleich es vor dem Hintergrund, dass er ein Befürworter des amerikanischen Krieges gegen den Terror ist, nicht verwundert.
    • Allegorie und Pi: Die Narration der Welt in Ang Lees Verfilmung von Life of Pi

      Allegorie und Pi: Die Narration der Welt in Ang Lees Verfilmung von Life of Pi

      Yann Martels Geschichte des Schiffbruchs eines polyreligiösen Jungen steckt bereits in ihrer Buchform voller narrativer Kreuzungen und gleichnishafter Spiegelungen. Wenngleich der Film lediglich von der Buchvorlage abweicht, indem er filmisch nicht Umsetzbares ausspart, verdeutlicht er in seiner Bildkraft eine allegorische und symbolische Fülle, die in der Buchfassung von Life of Pi aufgrund der fehlenden Visualisationsmöglichkeit weniger augenfällig ist. Pi ist mehr als der Name des Protagonisten, der an die berühmte Zahl erinnert. Die Kreiszahl wird selbst immer wieder thematisiert – …
    • Ethik als subjektive Leidenschaft

      Ethik als subjektive Leidenschaft

      In „Kant and Sade: the ideal couple“ leistet Slavoj Žižek eine Übersicht dessen, was Lacan in seinem Sade-Text womöglich vermitteln wollte. Er geht von der Frage aus, inwiefern das kantische Gesetz eine Entsprechung des Über-Ichs ist, das sadistisch die Einengung des Subjekts genießt. Lacans Interesse gelte grundsätzlich Kant (weniger Sade) und den ultimativen Konsequenzen und verleugneten Prämissen einer kantschen Ethik. Er sehe in ihr eine paradoxe Umkehr der Bedeutung des Begehrens in dem Sinne, dass Begehren nicht als durchweg pathologisch …